jeudi 12 décembre 2019
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AccueilParole LibreBillets de Mgr Ravel (allemand)Luc Ravel : Meine Krippenfigur an der Krippe

Luc Ravel : Meine Krippenfigur an der Krippe

Wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte ein Ereignis im Leben Christi unmittelbar zu erleben, auch wenn es in einem gewissen Abstand gewesen wäre, so hätte ich ohne Zweifel den Gang zur Krippe gewählt. Sicherlich ich könnte mir auch vorstellen ausgestreckt am Ufer des Sees unserem Herrn zuzuhören, der die Vorstellung von Glück mit dem Fächer der Seligpreisungen darlegt. Es wäre mir wichtig gewesen, seine Wunder zu preisen und einen Bissen von diesem wunderbaren Brot zu bewahren, Frucht seines Gebetes und seiner Hände, als er die Nahrung für die Menge vermehrt hatte. Wäre ich tapfer am Fuβe des Kreuzes geblieben, um Johannes und Maria zu unterstützen? Das ist nicht so sicher. Aber in jedem Falle hätte ich das Dabeisein an der Krippe vorgezogen.

Mich da zu wissen, inmitten der Hirten oder der Weisen, es Anderen überlassend, meine Gegenwart zu erklären. Einfach dabei zu sein, die Einen wie die Anderen anschauen, zu den Schreien des Neugeborenen lächeln, die Sanftheit der entspannten Mutter teilen, die ruhige Sicherheit Josephs bewundern. Alles atmet Ruhe aus an dieser ersten Weihnacht, selbst wenn es die Ruhe vor dem Sturm, vor dem Massaker an den Unschuldigen ist. Aber ich hätte nichts davon gewusst. In der Gegenwart gefangen, hätte ich die Pforten des Unendlichen betrachtet, geöffnet für die Augen für alle Zeiten.

Man könnte denken, dass bei dieser Wahl familiäre Frömmigkeit aufleuchtet. Das ist möglich. Es ist wahr, dass wir jedes Jahr eifrig dabei waren, die provenzalischen Krippenfiguren aus ihren Kartons zu holen, und dass wir es liebten, sie nach unserer „kindlichen Theologie“ aufzustellen. Der Räuber befand sich selten nahe bei der Heiligen Familie. Der und die Entzückte mit ihren zum Himmel gestreckten Armen fanden immer einen guten Platz. Jeden Abend brachte ein versteckter Druckknopf die im Moos verstreuten winzigen Lämpchen zum Brennen. Unsere Kindergesichter reflektierten dann das Licht der Krippe und den mit Sternen gesprenkelten Himmel. In diesen Weihnachtsnächten schien das Familiengebet kürzer zu sein.

Soweit ich mich erinnern kann, liebe ich es Krippen aufzubauen, riesig als ich sie in meinen Kirchen gestaltete, winzig wenn ich sie in meiner Mönchszelle aufstellte. Meine Eltern hatten mir dafür Krippenfiguren im Liliputanerformat geschenkt. Ich besitze sie immer noch. Ich hatte es unternommen, eine in der Kleidung eines Kanonikers zu bemalen, im Habit meines Ordens. Jeder könnte „seine“ Krippenfigur gestalten: die kleinen Kinder als Lämmer, die sich gemächlich dem Jesuskind nähern, und die Erwachsenen in Berufs- oder Alltagskleidung. Eine naive Darstellung, die uns aber aus der Einsamkeit reißt, die umso schwerer wiegt ist, wenn sie an Weihnachten an die Oberfläche dringt.

Dieses Gebet von Marthe Robin geht mir sehr zu Herzen:

Göttliches Jesuskind! Habt Erbarmen mit den Leuten, die ganz alleine sind, habt Erbarmen mit den einsamen Seelen. Versammelt sie alle, nehmt sie alle zu dir euch in dieser Nacht des Festes, in dieser Nacht der Liebe, in dieser Morgenröte des Friedens und der Hoffnung, auf dass damit ihre schmerzvollen Herzen, ihre verzweifelten Seelen Zuflucht bei dem am meisten Liebenden, bei dem Mildesten, bei dem Sanftesten, bei dem einzig Allmächtigen und wahren Freund finden.

Luc Ravel, Erzbischof von Straßburg

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