Mgr Ravel : Nicht mehr erdulden, sondern sich engagieren - Carrefours.alsace

Wie jeden Monat werden Sie Mgr Ravels freie Worte finden.

Zu viele Christen, zu denen ich vielleicht gehöre, erdulden diese Welt, weil sie ihnen missfällt oder weil sie ihnen des Reiches Gottes unwürdig erscheint. Aber die Wahl des Glaubens besteht nicht darin, dieser Welt zu entfliehen.

Versuchen, ihr zu entkommen, ist eine verrückte Sache, die nur in der Tollheit enden kann, denn wir sind leben in dieser Welt. Die Wahl des Glaubens legt den Akzent auf die Art und Weise, wie wir sie leben. Die  Welt erdulden bedeutet, sie zu leben wie eine Zeitspanne vor dem Paradies oder eine Abfolge von Prüfungen, um uns wachsen zu lassen.

Demgegenüber bedeutet, sie zu bauen, sich mit einer starken Überzeugung einzusetzen, dieselbe, die auch Christus und die Heiligen getragen hat. Nicht sich in unseren Träumen einzusetzen, sondern in der Gemeinde der Menschen, wo sich aller menschlicher Druck, die Liebesbezeugungen der Menschen, die menschlichen Gewaltakte, die großen Brüche und die weiten Einheiten ballen.

Sich bis zur Gefahr des Todes einzusetzen. In einer gänzlich voraussehenden Weise schrieb Charles Péguy (1873-1914) in seinem unermes slichen Gedichtzyklus „Eve“, vollendet im Jahre 1913 wenige Monate vor  Beginn des 1. Weltkriegs : „Glücklich diejenigen, die für die fleischlichen Städte gestorben sind. Denn sie sind der Körper der Stadt Gottes.

Glücklich, die für ihre Feuerstelle und ihr Feuer Und die ärmliche Ehre ihrer Elternhäuser gestorben sind. Denn sie sind das Ebenbild und der Beginn Und der Körper und der Entwurf des Hauses Gottes.“

Mgr Luc Ravel / Erzbischof von Straßburg

Der Krieg ist noch nicht wirklich vorbei, wir befinden uns im Februar 1919, als ein anderer großer Dichter und bedeutender Wissenschaftler einen überzeugenden Gedanken, angepasst an seine fünf Kriegsjahre,  äußerte.

Pierre Teilhard de Chardin ist in Straßburg, direkt gegenüber dem besiegten Deutschland. Sein ganzes Erleben der Schützengräben entspricht diesen Notizen, von denen ich mir jedes Wort zu eigen mache : „Die christliche Option muss also als Wahl, nicht genau zwischen Himmel und Erde, sondern zwischen zwei Anstrengungen dargelegt werden, um das Universum in oder aus Christus zu vollenden.

Die Ergebnisse einer derartigen Beweisführung würden unermesslich sein.

Nicht zu reden von den unversöhnlichen Vorurteilen, die sich in den feindlich gesinnten Herzen auflösen würden; ich glaube, man stellt sich gar nicht die Erleichterung vieler gerechter Seelen und die erneuerte Begeisterung, die sie gegenüber Jesus Christus fühlen würden, vor, wenn ohne Umweg unterrichtet würde, dass unser Herrgott durch alle lebendigen Kräfte des Menschen verfolgt und erreicht werden kann, „wie eine Welt“, die sich von unserer Welt ausgehend formen würde.

Das einzige Evangelium, das unsere Gesellschaft zu Christus mitreißen könnte (in der Tat das Einzige, dem gegenüber ich empfänglich bin), ist dasjenige, das Gott am Ziel eines viel größeren Universums zeigen wird und wo es mehr für den Menschen zu tun gebe.“ (Notiz für die Missionierung der neuen Zeiten)

Sich entscheiden, diese Stadt zu bauen, aber mit Christus, durch ihn und in ihm. Und schlussendlich für ihn.

+Luc Ravel, Erzbischof von Straßburg


2 Comments

Mgr Ravel : La complémentarité, cet appel de Dieu - Carrefours.alsace · samedi 1 février 2020 at 0 h 05 min

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Mgr Ravel : Ne plus subir mais s'engager - Carrefours.alsace · dimanche 1 mars 2020 at 0 h 06 min

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